Warum ich kein DJ bin … und was das mit Minimalismus zu tun hat

»Ich bin kein DJ.«

Ein Satz, den ich mir so von jedem Ex-Bachelor und jedem Dann-eben-doch-nicht-Germanys-Next-Topmodel wünschen würde. Aber auch ein Satz, den ich mir selbst irgendwann im letzten Jahr gesagt habe und daraufhin meinen alten DJ-Controller Numark Mixtrack Pro verkauft habe.

Und das hat sich gut angefühlt. Ursprünglich hatte ich den Controller mal gekauft, um ab und zu auf kleines Parties »aufzulegen« und Spaß dabei zu haben. Das artete für mich dann aber doch immer in Stress aus: vorbereiten, Technik anschleppen und der innere Drang, der beste DJ der Welt zu werden, haben dazu geführt, dass ich feststellte: vorm DJ-Pult macht’s mir dann doch mehr Spaß. Zumindest, wenn der DJ dahinter ungefähr halb so gut ist, wie ich in meinem Kopf.

Gleichzeitig bin ich im Netz über den neuen Mega-Trend Minimalismus gestoßen. Und so albern und Bild-mit-Zitat-drauf-auf-Facebook-posten-mäßig das ganze auch sein mag, so hat es mich doch angesprochen. Weniger Kram = mehr Freiraum = mehr Spaß.

kein dj minimalismus blog

Das Buch »The Joy of Less« von Francine Jay *, das ich dazu gelesen habe (und aktuell zum zweiten mal lese), hat den Minimalismus für mich super zusammen gefasst und dazu geführt, dass ich neben meinem DJ Controller auch noch eine ganze Menge anderen Krams los geworden bin. Und jetzt nicht mehr das Gefühl habe, doch mal wieder meine Kamera, das dritte Fahrrad oder das 38. Band-Shirt rausholen zu müssen.

Und genau über dieses Thema hat Frau Jay einen schönen Artikel in der Huffington Post geschrieben: Declutter your fantasy self

»When you let go of your fantasy self, you let go of a cascade of clutter – not only the physical baggage but the psychological baggage as well.«

Kann ich so unterschreiben. Ohne mein fantasy self als super DJ fehlt einfach dieser Druck, den DJ Controller doch endlich mal wieder auspacken zu müssen und dann – ja, jetzt aber wirklich – das absolut coolste DJ-Set der Welt abzuliefern. Und dann kann ich das Teil ja auch verkaufen und von dem zur nächsten Party gehen.

Mein Tipp: Artikel lesen, drüber nachdenken und dann … hau weg’ den Scheiß!

Nachtrag: Lustigerweise habe ich vor kurzem dann wirklich das beste DJ-Set der Welt gespielt. Und zwar von meinem iPad. Mit der spotify-App. Mit schlechten Übergängen, unterschiedlicher Lautstärke und zwei bis drei Komplett-Ausfällen. Aber dafür war’s lustig! 

 

 


* Kein Affiliate-Link, weil ich nicht weiß, wie das geht.

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