Sechs Monate CrossFit – Meine Top 10 der Veränderungen

Ich mache jetzt seit etwas länger als zwei Jahren CrossFit. Dieser Text entstand nach ca. sechs Monaten regelmäßigem Training.  Vor meiner CrossFit-Sucht bin ich ab und zu Rennrad gefahren. Und vor zehn Jahren war ich mal in einem Fitness-Studio angemeldet. Also die perfekten Voraussetzungen für Hochintensitäts-Training und Gewichtheben …

Confession Bear CrossFit

Mir fehlte damals 1. ein Hobby und 2. Bewegung. In einem Artikel in der Welt, den mir irgendjemand in meine Twitter-Timeline retweetet hat, bin ich auf CrossFit und Nicos Box aufmerksam geworden. Davor bin ich in New York mal an einer CrossFit-Box vorbei gelaufen und habe das als zumindest interessant eingestuft. Der CrossFit-Artikel in der Welt beschrieb dann genau das, was ich suchte: Sport, der effektiv ist und im besten Fall süchtig macht. So viel sei verraten: Es stimmt. Es stimmt wirklich alles und Friedrichs Erfahrungen aus dem Artikel kann ich zu 100% bestätigen.

Wie fühlt sich das aber genau an, wenn man sich für CrossFit entschieden hat und das seit einem halben Jahr regelmäßig macht?

Top 10 der CrossFit-Effekte

1. Der Muskelkater lässt nach.

Während ich noch meiner Intro-Session (ein sechs-minütiges AMRAP bei Nico) noch fünf Tage lang Schmerzen hatte (und zwar richtige, echte Männerschmerzen), stecke ich heute einen Großteil der WODs einfach so weg. Zumindest muskelkater-technisch.

2. Der Muskelkater wird schlimmer.

Es geht um den 1RM Back Squat, also das Maximalgewicht für eine Kniebeuge, nach ca. drei Monaten CrossFit-Training. Ich bin gut drauf, die Technik passt und ich stelle einen neuen PR auf! Der Muskelkater danach stellt für drei Tage wirklich alles in den Schatten, was ich bisher kannte. Aufs Klo setzen? Vergiss es!!!

3. Du verstehst den Unterschied zwischen Hang Clean und Hang Power Clean (und Clean und Power Clean).

Echt mal, die Warm-Ups an Tagen, an denen der Clean (oder auch der Snatch) am Whiteboard stehen, sind nicht ganz einfach zu durchschauen. Und bringen mich auch nach einem halben Jahr immer noch ordentlich zum Schwitzen. Aber dafür ist es endlich logisch, dass der Power Clean am Boden startet und in der Power Position endet und der Hang Clean sich vom Clean nur dadurch unterscheidet, dass er nicht am Boden startet. Sondern im Hang. Logisch, oder?

4. Du weißt, wo man günstige Lacrosse-Bälle kaufen kann.

Denn nichts macht mehr Spaß als seine verspannten Muskeln mit schmerzverzerrtem Gesicht über den so ziemlich härtesten Gegenstand der Welt zu rollen, den man für 2,50€ 1,99€ kaufen kann.

5. Dein Tape- und Pflasterkonsum steigt.

Irgendwann passiert es: Deine Hände reißen. Spätestens wenn die ersten Kipping Pull-Ups oder Toes to Bars klappen, wird die dünne Hornhautschicht an Deinen Handinnenflächen aufgeben.  Ziemlich cool und draufgängerisch … beim ersten mal. Danach ist es einfach nur bescheuert (weil Du danach nicht mehr trainieren kannst) und schmerzhaft bis eklig. Deswegen Tape kaufen und mehr Pflaster verbrauchen als ein Fünfjähriger auf dem Abenteuerspielplatz. Dieses Video zeigt eine ziemlich gute Variante: einmal vorbereitet hält das locker ein paar Wochen.

6. Du hast eine Hornhautfeile.

OK, die Hände sollen Dir nicht mehr aufreißen. Also Handpflege. Während manche Leute darauf schwören, sich auf die Hände zu pinkeln, kann man ja vielleicht auch erstmal damit anfangen, seine Hornhaut regelmäßig flach zu feilen und zu pflegen, damit sie schön geschmeidig bleibt und nicht einreißt. Climb on und CrossFixe wirken übrigens wirklich gut!

7. Du ernährst Dich paleo.

Immer! Zu 100%! Ohne Weizenprodukte, Alkohol und Zucker bist Du einfach ein besserer Mensch, fühlst Dich jeden Tag topfit, schläfst wie ein Baby und hast den besten Sex Deines Lebens!

(OK, mindestens einmal in der Woche ein mächtiger Burger – mit Pommes! –, am Wochendende natürlich diverse Bier, Kuchen kann man ja auch nicht immer widerstehen und Eis … bei den Temperaturen, wäre es ja unmenschlich darauf zu verzichten! Aber nächste Woche bin ich konsequent! Ehrlich!)

8. Du bekommst Komplimente für Dein Aussehen.

Ganz ehrlich: einen der lohnenswertesten Momente hast Du, wenn Du jemanden triffst, den du seit ein paar Monaten nicht mehr gesehen hast. Während Du die Veränderungen durch das CrossFit-Training irgendwann gar nicht mehr im Detail wahrnimmst, merkst Du durch die Reaktionen bei solchen Begegnungen besser als bei einem Vorher-Nachher-Foto wie positiv sich CrossFit auf Dein Aussehen auswirkt … und deswegen macht man das ja, wenn man mal ganz ehrlich ist.

9. Du kommst wieder an Deine eigenen Zehen.

Mobility ist für Deine Leistungen im CrossFit wichtig. Mobility kann weh tun. Aber auf einmal kannst Du Dir wieder im Stehen die Schuhe zubinden. Ohne, die Knie zu beugen. Yeah! Danke, Kelly!

9. Du kannst nicht mehr richtig zählen.

OK, vielleicht ist das nur mein Problem. Aber sobald ich auch nur eine Minute in einem anstrengenden Workout bin, kann ich mir einfach nicht merken, wie viele Wiederholungen, Runden oder Sätze ich schon hinter mir habe. Was hilft? Chalk! Nicht nur für die Hände, auch als Notizbuch am Boden!

10. Du bist süchtig.

Mal ganz ehrlich: Du planst Deinen Tagesablauf, so dass Du es zu Deinem Lieblings-WOD schaffst? Du gehst am Freitagabend früher schlafen, weil das Samstag-WOD sonst zur Qual wird? Du probierst – mal mehr, mal weniger erfolgreich –, nicht andauernd über CrossFit zu reden, drüber nachzudenken oder Dich damit zu beschäftigen? Du siehst Deine Box-Kollegen häufiger als Deine engen Freunde?

DU BIST CROSSFIT-SÜCHTIG … läuft bei Dir!

 

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